rauschmelder presents

legendary pink dots, quasimodo


hitschlampen-liveacts sind die sorte band, die mal ungefähr ein bis vier massive hits hatte, deren restlichen kram aber eigentlich niemand so richtig kennt außer ein paar wirklich WIRKLICH großen fans, und der – let’s be honest – dann auch eher todlangweilig klingt. konzerte von hitschlampen-bands sind eher wegen der drmaturgie interessant: zögern sie DEN song, auf den alle warten, wirklich bis zur zugabe hinaus? wenn’s mehrere hits sind, wie sind die im set verteilt, wie viel selbstwahrnehmung hat des künstlers ego in dieser hinsicht, wie radiogetreu wird DER song, auf den alle warten, rübergebracht? man kennt das. looking at you, „love is a shield“-camouflage mit der „the great commandment“-zugabe. ich weiß bis heute nicht, was die band außer diesen zwei songs, .. aber gut, lassen wir das. die beiden sind’s ja wert, und deren liveauftritt, den ich mal zu sehen das glück hatte, war auf eine irgendwie meta-tragische weise grandios.

okay, tschuldigung, hatte mich kurz im narrativ verheddert, oder wie man das nennt.

die legendary pink dots jedenfalls sind – naja, der überleitung wegen, auf eine art – auch hitschlampen. es gibt songs, die sorgen für instant assoziation mit heartbreak-history, es gibt songs die sind besser als viele „pop“-hits der sogenanten charts, es gibt songs, bei deren ersten tönen man sich beim kognitiven masturbieren ertappt („ahh, ich kenn das!!! kennt das noch jemand außer mir jetzt schon nach 2 tönen? nein? ich bin der größte fan!!!!!“). sie haben ein paar hits und sie haben viele nicht-hits. das tolle an den legendary pink dots ist aber, dass das auf ’ne art wirklich VÖLLIG egal ist, jedem, und unter umständen versteht man das eventuell möglicherweise vielleicht erst, wenn man gut 90 minuten lang sein hirn beim wundern erlebt hat, während man bei einem legendary-pink-dots-konzert war.

mein erstes mal
die legendary pink dots haben eine über 40 jahre lange bandgeschichte mit ungefähr einem album pro jahr undunzähligen weiteren live-, bootleg-, ep- und solo-releases nebenbei, mit connections zu tear garden und skinny puppy, mit lineup-veränderungen, genre-schwerpunkten mal hier und mal dort, und eben immer immer wieder auch liveauftritten, zu denen man – und, ja, ich komm’ zum punkt – eben nicht wegen der hits geht, sondern trotz, und das meine ich liebevoll. falls sich wirklich mal „the more it changes“ oder „remember me this way“ in eine setlist verirrt, lächelt (nicht: grinst) man eher auf eine ganz speziell glückselige art, also vor allem weniger auf die selbstgeilfindende. und genau wie bei allen anderen songs jedes livesets ist man eigentlich damit beschäftigt, zu staunen und sich zu vergessen wie’s bei keiner mir bekannten anderen band funktioniert (ganz zu schweigen von der therapeutischen wirkung eines solchen abends).

wikipedia nennt „avantgarde, experimental, post-punk, synthpop“ in der liste der genres, und vermutlich stimmt das alles, aber space kraut jazz psych fehlen da ja mindestens noch und man wäre noch immer nicht mal nah dran.

das soll ja hier keine band-history werden. auch kein überlanger blogeintrag mit anekdötchen darüber wie bizarr sympathisch ALLE bandmitglieder sind, wie vollkommen BESEELT ich jedes mal nach haus stolpere nach einem legendarypinkdots-gig, seit meinem ersten vor rund 25 jahren dürften es immerhin rund 15 stück gewesen sein, ja, sehr viel beseelungspotential there, i hear you. nein, eigentlich ist’s „nur“ promo für den bald wieder anstehenden berlintermin im quasimodo. aber ich würd’ ja keine promo machen, wenn ich nicht bald schon die tage zählen würde bis zum konzert.


► LEGENDARY PINK DOTS
15. Februar 2023 (mehrmals verschoben von weißdergeierwann, egal)
QUASIMODO (Einlass 21h, Beginn 22:30h)

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