2g ist edge

okay, heilsbringer „2g“ also, – obwohl noch eher wenige dadjoke-memes dazu existieren (ge-soffen und ge-wartet, maybe? ge-impft und ge-il?), aber auch die 5g-witzchen nach der impfe waren ja eher müde & erwartbar. also lassen wir das besser sein an dieser stelle.

offenbar überdeckt aber die aufbruchstimmung der promoter und manager und schlipsträger direkt wieder den pandemiesubtext der jüngeren weltgeschichte, mit lautstärke auf jeden fall. man könnte direkt meinen, dass SOGAR in unserer kleinen spezialsubkultur die WIRTSCHAFT das sagen hat und nicht der gesunde menschenverstand, wenn jetzt wieder ALLES aufmacht als wär nix bzw. war nie was und wird nix mehr sein. aber es beklagt sich ja auch niemand -und der rauschmelder sowieso nicht-, dass jetzt wieder konzerte stattfinden (können, dürfen, „müssen“), im gegenteil. nur die abrupte plötzlichkeit, mit der jetzt wieder qrcode-kontroll-apps und hygienevorwände gebaut werden, irritiert halt doch ein wenig. so im subtext. aber der lässt sich mit schnaps & drogen ganz gut im hinten/sub halten, wenigstens das ham’wer ja gelernt in den letzten 18 monaten.

ernst beiseite: von den absehbaren problemen, hürden, HERAUSFORDERUNGEN mal abgesehen (wie ändert man agb eines ticketverkaufs im hinterhernachhinein, wenn man nur einer bestimmten gruppe zugang gewähren möchte?; wie kontrolliert und -offenbar notwendig- dokumentiert man einen g-status trotz datenschutztralala?; wieso ist die luca-app noch immer nicht tot?; mit welchen kapazitäten bespielt man venues unter 2g, wenn man so tun möchte als sorge man sich um die konzertkids mit ermöglichbarem abstand, aber gleichzeitig ja auch irgendwie die verluste der letzten monate wettmachen muss mit vollgepackten läden?; wenn jetzt alle konzerte auf einmal gleichzeitig nachgeholt stattfinden, sich auch das publikum also irgendwie zwischen 25 konzerten am gleichen abend entscheiden muss, ist das dann nicht ein ganz ähnliches umverteilungsproblem im kleinen wie die sache mit den ausgleichszahlungen und zuschüssen im großen kapitalismus?; und und und) – also mal davon ganz abgesehen: zuversicht und babysteps. das fände der rauschmelder ja schon ganz nice, der von sich immer noch in der dritten person schreibt. also die babysteps vor allem. aber: utopisch. klar.

schaumermal.

21, 22, 23

ich teile ja den eigenartigen zweckoptimismus der veranstalterbranche noch nicht so recht, – aber offenbar geht „man“ von einer normalöffnung der meisten venues, groß wie klein, ab spätherbst dieses deltajahres aus, zumindest was die ankündigungen und verschiebungen und verlegungen angeht. worüber man, ja, mit spezialregeln und sonderbedingungen bei desinfizierter frischluft mal reden könnte in einem sommer, am besten im 2022er, aber geplant und kalkuliert wird da wohl mit normalauslastung respektive ausverkauf beispielsweise einer miefbelüfteten columbiahalle mit 3500 menschen im februar.

ansonsten zitier’ ich einfach mal den first floor newsletter dieser aktuellen woche am besten absatzkomplett:

Following relatively brief reopenings, clubs and nightlife are starting to be closed again in certain parts of the EU as COVID-19 cases surge and the more infectious delta variant of the virus becomes increasingly prominent. That hasn’t stopped the UK’s plans to fully reopen on July 19—which were reaffirmed just yesterday, albeit with calls for caution—but the Netherlands has reversed its previous reopening, a move which prompted Dekmantel to postpone its upcoming 2021 festival until next year.

In France, nightclubs reopened for the vaccinated on Friday, but in the face of strict health protocols, 70% of venues have apparently remained shut. Here in Spain, openings and closings vary by region, but Catalonia (of which Barcelona is the capital) has shut its nightlife down once again. This kind of patchwork approach is happening across the continent, which explains how open-air events continue to occur in countries like Italy and Germany, and how EXIT—which has been actively billing itself as “the first major international festival of 2021”—took place last weekend in Serbia.

andererseits, der rauschmelder ist ja auch eher chronist als opinion leader, lassen wir die großen jungs mal mit ihren spreadsheets spielen und hoffen das egoistisch beste, i guess? bis dahin werden die dates hier brav aktualisiert gehalten, sobald ich von verschiebungen/verlegungen wind bekomme, während ich versuche mich aus politischem rauszuhalten.

rumpelstilzchens unite

so – die komplettliste ist mal wieder durchgefegt, auch wenn sich das mittlerweile so anfühlt, als würde man alles, was „demnächst“ hätte stattfinden sollen, einfach wieder auf später schiebt. bisschen wie zimmer-aufräumen früher, alles vom einen eck ins andere und wieder zurück. aber sei’s drum. die paar noch gelisteten september-dates würde ich auch als eher wacklig deuten, wie ja ganz generell den zustand der welt momentan und immer noch.

die „veranstalterbranche“ demonstriert mittlerweile alle paar wochen auf berlins straßen und strahlt venues in rot an, es werden eifrig offene briefe an michael müller geschrieben (die übrigens, so hart man auch googelt, offenbar nicht so offen sind, dass sie auch wirklich irgendwo im volltext zu lesen wären, geschweige denn wenigstens eine liste der absender/unterzeichnenden!?) und „forderungen“ gestellt an „die politik“, und ich frage mich jedes mal, was der quatsch denn soll. als ob die zielgruppe (also: konzertmenschen, ticketkäufer) nicht die gleichen sorgen hätte, als ob „die politik“ das virus in die welt gesetzt hätte, als ob „die veranstaltungsbranche“ irgendein recht auf hilfe hätte. leute, das ist ein kapitalismus- bzw. umverteilungs-problem.

andererseits hab’ ich ja schon bei meinem kurzarbeitsgehalt ein komisches bauchgefühl – das ist dann wohl die libertäre erziehung, also nicht die elterliche, sondern die sozialbedingte und verkopfte. aber ernst beiseite: man kapiert doch beim besten willen nicht, wie sich die forderungen eines veranstalter-verbands von dem bullshit einer fußballbundesliga unterscheiden. gerade so, als würde rumpelstilzchen fest mit dem fuß aufstampfen und nach ganz vielem „ICH WILL ABER!“-gebrüll das virus einschüchtern und die welt retten. habt ihr denn alle keine ehre?

(ja – ich weiß. überhebliches gequatsche von jemandem, der keine akuten sorgen hat, dessen existenz nicht direkt bedroht ist respektive der nicht sofort unter der brücke schlafen muss, wenn die welt zusammenbricht. mich nervt aber auch tatsächlich nur der ton, der subtext. dass diese „forderungen“ so gestellt werden und rüberkommen, als wären die forderungssteller alle auf einem totalen egotrip. was ja generell das problem bei so vielem in der welt ist, seit jahren: straßenverkehr, politik, umgang miteinander, usw)

gut, nochmal von vorn: wenn der „protest“ der veranstalter wenigstens konstruktiv irgend etwas artikulieren würde. wenn marek lieberberg wenigstens kein konzert für 13k menschen veranstalten würde „weil es geht“ (und damit das grundfalsche zeichen setzt, nämlich DASS es geht, also dass es „legal funktioniert“, aber es ist eben was komplett anderes als konzerte as we know them, und vor allem ist da noch kein ton darüber verloren ob man es sollte, moralisch – aber das nur am rande). wenn die demos und offenen briefe eine lösung vorschlagen würden, oder überhaupt hätten, wie man sinnvoll und mit anstand und gegenseitigem respekt konzerte veranstalten könnte ohne mitmenschen in gefahr zu bringen – und nicht nur „fordern“, dass auflagen gelockert werden, als wären jene nur willkür (ein sentiment, übrigens, das die querdenker-arschgeigen auch so vertreten). dann könnte ich den ganzen quatsch vielleicht auch ernst nehmen und nicht nur auslachen, wenn sie in ein paar tagen wieder hier vorbeilaufen und ich dem veranstalterbranchenfremden freundeskreis erklären muss, was die lauten verrückten denn da fordern. als ob ich das könnte.

der nächste eintrag wird wieder positiver, versprochen.

signals from the wasteland

kommenden samstag soll dann wohl die corona-anordnung in der zwölften neuauflage in kraft treten – bzw die vierte zum thema großveranstaltungen, wie auch immer man das dann zählt – sagt die pressemitteilung von dienstag. interessant wird’s denn jedenfalls bei indoor-veranstaltungen (remember „konzerte“?):

  • ab 1. august sind veranstaltungen mit bis zu 500 personen (ein knappes lido) erlaubt,
  • ab 1. september als obergrenze 750 personen (ungefähr ein so36), und
  • ab 1. oktober 1000 personen (ein sehr voller festsaal kreuzberg – oder halt zweidrittel astra bzw. huxleys).

anders gelesen: vor dem 24.10. wird bestimmt nichts für eine personenzahl >1000 indoor passieren. und alles andere natürlich, soweit sich das aus der pressetext-glaskugel deuten lässt, auch nur unter einhaltung der ganzen hygienevorgaben (mundschutz und abstand, evtl. sogar nachverfolgbarkeit/tracing/kontaktbuchführung), womit man’s dann halt auch gleich sein lassen kann, jedenfalls wenn man unter „konzerten“ das versteht, was unsereins unter einem konzert versteht. zumal meine o.g. venue-vergleiche für einen ausverkauften laden (im „classic mode“) gezählt sind – 1000 personen MIT mindestabstand bekommt man vermutlich nicht in den festsaal kreuzberg rein, sondern eher in die mercedes-benz-arena. wenn überhaupt.

(zumal „saunen und dampfbäder“ .. okay, ernst beiseite: zumal „tanzveranstaltungen“ weiterhin untersagt sind, offenbar wird da noch ein unterschied zwischen „event“ (konzert?) und club/disco gemacht, und DEN ordnungsamtmenschen möchte ich sehen, der ein live- von einem dj-set unterscheiden kann, aber ich schweife ab).

alles jedenfalls hart unbefriedigend, aber wem sag’ ich das, und ich meine nicht die verordnungen, sondern das killervirus prinzipiell, alles andere wäre ja geradezu asozial egoistisch. das wort des tages lautet jedenfalls „tanzlustbarkeit“. und bis auf weiteres gilt für den rauschmelder: tanzlustbarkeiten auf der startseite werden nach bestem wissen und gewissen angekündigt bzw kontaktverfolgt, also auf dem halbwegs aktuell nachvollziehbaren stand gehalten, was verlegungen und verschiebungen seitens der veranstalter angeht.

(rückblickend, immer noch und immer wieder, ein wirklich bizarr unpassender zeitpunkt damals mitte märz, um diese site hier dem relaunch zu unterziehen. aber jetzt auch egal. die print-zitty hat’s ganz frisch dahingerafft, die spex desweiteren auch. und das barcomi’s kommt in mitte auch nicht wieder zurück, nach der pandemie. aber jetzt schweife ich doch ein wenig zu sehr ab, okay okay.)